Die Magie der Langeweile
Die Magie der Langeweile

Die Magie der Langeweile

Manchmal schaue ich staunend auf das, was mir das Universum (oder Lieblingsmitmenschen) so vor die Füße wirft – beziehungsweise in den Kopf.

Im Gespräch mit der lieben Angelika drehten wir uns vor einer Weile um eine Langeweile, äh, lange Weile… Nicht, weil wir uns miteinander langweilten, nein, weil wir dieses Wort im besten Sinne zerpflückten und jedem Wortteil Aufmerksamkeit schenkten.

Just zwei Tage später spricht eine Kundin genau von ebendieser Doppeldeutigkeit des Wortes und noch ein paar Tage später blättere ich die Seite eines Romans um und dort geht es auch um die lange Weile bzw. Langeweile…

Es scheint an der Zeit, diesem Wort ein wenig Beachtung zu gönnen: Wie schön kann sie denn wohl sein, so eine Langeweile?

Ich finde: Ganz wunderVOLL, sobald man sie zweiteilt, denn dann dreht sich die Bedeutung und sie wird eine lange Weile! Ich verspüre ein entspanntes Seufzen, wenn ich durch diese Worte wahrnehme: Ich habe Zeit!

Aufatmen!

In mir atmet alles tief auf, denn der Abstand zwischen diesen Worten ist wie eine Gelegenheit zum Durchatmen, zum wohlig Seufzen und Genießen..

«Eine lange Weile ist etwas Schönes voller Potenzial. Ein Zeitraum, mit dem du in Ruhe wunderbare Dinge anstellen kannst. Aber nimm nur die Pause weg, diesen winzigen Abstand zwischen den beiden Worten, und schon hast du ‹Langeweile›. Und die ist etwas Trauriges, sofern sie bleibt und sich nicht wandeln lässt.»

Aus: „Der Garten der kleinen Wunder“ von Patricia Koelle

Heutzutage sind wir stets bemüht, diese Langweile tunlichst zu vermeiden. Lieber noch schnell den Messenger checken, statt Löcher in die Luft zu starren. Besser noch ein paar Likes einzusammeln, statt kurz stehen zu bleiben und durchzuatmen…

Dabei könnte doch in dieser Zeit ohne Beschäftigung, ohne Ablenkung vielleicht etwas ganz wundervolles aus uns aufsteigen? Eine Idee, ein Gedanke, eine Erkenntnis…? Vielleicht auch „nur“ ein Sich-Spüren, ein bewusster Kontakt zu uns selbst?! Wieviel Zeit nehmen wir uns dafür eigentlich in unserem trubeligen Alltag?

Ich erinnere mich, dass kleine Kinder in langweiligen Phasen die großartigsten Spiel-Ideen generieren – wenn man sie einfach mal lässt, statt sie abzulenken.

Kleiner Junge sitzt gelangweilt auf einer Treppe und starrt vor sich hin.
Bild von Johannes R. Meister MA auf Pixabay

Wie oft gönnen wir uns selbst eigentlich lange Weilen? Wieviel leichter könnten wir das Leben nehmen? Auf welche grandiosen Ideen könnten wir dabei stoßen?

Was schlummert in dir, wofür hast du dir noch keine Zeit gegönnt, es zu entdecken?!

Langsamkeit ist heilsam

Das erlebe ich immer wieder in meinen Reiki-Sessions… Menschen kommen zu mir mit unterschiedlichsten Anliegen, doch eins eint sie: Sie lieben die Entspannung, die Reiki vermittelt.
Sie nehmen sich Zeit, wenn sie zu mir kommen. Jeder schenkt sich mit einer Buchung bei mir eine lange Weile (egal, welche Zeitspanne man damit meinen mag) für sich selbst.

Im Gegenzug schenke ich Zeit, Ruhe und Entschleunigung… Mit Unterstützung der Reiki-Energie wird dadurch diese tiefe Entspannung spürbar. In dieser Unbeschwertheit liegt eine große Kraft: Beim Loslassen aller Anspannung und jedem Lockern von mit zusammen gebissenen Zähnen geknirschten „das muss doch jetzt endlich mal…!“ wird eine fast magische Energie frei, die ganz tiefe Prozesse ermöglicht.

Reiki bedeutet, langsam zu spüren, der Wahrnehmung Raum zu gewähren – und das gilt tatsächlich für beide: Sowohl für mich als Reiki-Gebende als auch für die Empfangenden auf der Liege…

Wenn du langsamer wirst, fühlst du.

Wenn du fühlst, dann heilst du.

Manchmal ist langsamer werden das Produktivste, was du tun kannst.

Netzfund (falls jemand die genaue Quelle kennt, bitte melden!)

Seelenruhe

Ein pompöses Wort, oder? In mir ist häufig ein Sehnen nach diesem Zustand des Ausruhens, des nicht-denken-Müssens. Manchmal, ja manchmal, da spüre ich diese Seelenruhe bereits tief in mir.

In Gedanken baumele ich dann in einer Hängematte zwischen den beiden Worten:

lange\_____________________/Weile

Anja baumelt in einer Hängematte am Strand von Prora

Siehst du mich?

Ja? Dann siehst du mich sicher auch aufspringen aus meiner Hängematte, zum Laptop laufen und für diesen Beitrag auf „veröffentlichen“ klicken 💙

Wie sieht dein ganz persönlicher Seelenruhe-Ort aus?

Wenn du nicht sicher bist, können wir ihn gemeinsam finden – komm‘ gerne auf eine Reiki-Session vorbei ;0)

 

4 Kommentare

  1. Marlis Lamers

    Langeweile habe ich gefürchtet als mein Leben sich völlig änderte. Anfangs war die viele freie Zeit nicht auszuhalten. Mittlerweile liebe ich diese Phasen, in denen ich einfach nur bin. Ohne Ablenkung, oft ohne Gedanken. Es ist wie ein kleiner Urlaub, ein Reset, eine innere Reinigung, beinahe meditativ.

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